Führung macht einsam
Eine der grössten Umstellungen im Arbeitsleben einer neuen Führungskraft ist die Erkenntnis, dass man nicht mehr "Teil" seines Teams ist. Auf einmal verstummen Gespräche, wenn man das Büro betritt, man wird nicht mehr zu jedem Feierabend-Bier oder Mittagessen eingeladen und gewisse Dinge erfährt man plötzlich als Letzte. Diese Umstellung ist besonders einschneidend, wenn man aus dem Team heraus in die neue Rolle befördert wurde.
Wie soll man damit umgehen?
Nun, als erstes finde ich wichtig zu akzeptieren, dass das vollkommen normal ist. Versetzen Sie sich in die Rolle ihrer Mitarbeiterinnen. Das gelingt Ihnen ganz einfach: Sie haben ja vielleicht auch noch eine Chefin über Ihnen oder Sie waren in irgendeiner früheren Arbeitsumgebung die Untergebene (und wenn es nur in einem Praktikum war). Wollen Sie, dass Ihre Chefin alles weiss? Es gibt gute Gründe, gewisse Dinge zuerst oder nur mit den Kollegen zu besprechen.
Rolle vs. Persönlichkeit
Zweitens
ist es wichtig sich bewusst zu werden, dass das "nur" an Ihrer Rolle
liegt und nichts mit Ihnen als Person zu tun hat. Es sagt gar nichts darüber aus,
ob Sie Ihre Mitarbeiterinnen mögen oder nicht. Sie werden erleben, dass mit
zunehmendem Vertrauen die Offenheit Ihrer Mitarbeiterinnen Ihnen gegenüber
zunehmen wird. Aber es wird nie mehr so sein, wie wenn Sie ein
"normaler" Bestandteil Ihres Teams sind.
Peers sind wichtig
Zu
guter Letzt ist es wichtig, dass Sie sich ein "gleichgestelltes"
Zweit-Team suchen. Menschen, die auf der gleichen Führungsebene sind wie Sie und
mit denen Sie sich über die geschäftlichen Herausforderungen und
insbesondere auch über Führungsthemen austauschen können. Wenn Sie in einem
grossen Unternehmen arbeiten, sind Sie oft von alleine in einem Team von
Direkt-Unterstellten Ihrer Vorgesetzten. Wenn Sie dort 2-3 Vertrauenspersonen
finden, ist das Gold wert. Falls Sie in einem Kleinbetrieb arbeiten und
Sie die einzige Führungsperson sind, suchen Sie sich Verbündete in Ihrem Umfeld.
Vielleicht können Sie Gleichgesinnte in Ihrem Berufsverband, im Gewerbeverband
oder über soziale Berufsnetzwerke kennenlernen?
Wenn Sie diese Punkte verfolgen werden Sie schnell merken, dass Sie nicht wirklich einsam sind, sondern sich die Verhältnisse nur geändert haben.
Falls Sie sich generell mit den Herausforderungen einer (ersten) Führungsposition auseinandersetzen wollen, kann ich Ihnen mein Coaching Programm "Erfolgreich in der Führungsaufgabe" ans Herz legen.


.png)
Kommentare
Kommentar veröffentlichen