Grosse Pläne, kleine Ressourcen

Pläne und Ressourcen im Einklang? Schön wäre es!

Als Führungsperson hat man in der Regel klare Vorstellungen, wie man die Strategie des Unternehmens in konkrete Ziele ummünzen und wie man diese mit seinem Team erreichen will. In einer idealen Welt, sind diese oft hochtrabenden Ziele mit den vorhandenen Ressourcen umsetzbar. In der Realität steht man aber vor der Herausforderung, dass es an Zeit, Mitarbeitern, Werbebudget, Platz usw. fehlt. Diese Situation trifft man in grösseren Unternehmen genauso an wie in Kleineren.

Von jungen Wilden und alten Hasen

Vor ein paar Jahren ist mir dieses Dilemma an einem Workshop unserer damaligen Führungscrew besonders aufgefallen. Wir haben uns über den Strategietransfer ausgetauscht und darüber gesprochen, wie jede einzelne Führungskraft die Ziele unserer Arbeitgeberin mit ihrem Team umsetzen will. Die älteren Hasen haben ihre Massnahmen auf die vorhandenen Ressourcen abgestimmt und haben damit auch nicht besonders hochtrabende oder innovative Ideen präsentiert. Die jüngste Führungskraft hat jedoch ihre Idealwelt präsentiert, die sie brauchen würde, um die gesteckten Ziele gewissenhaft und erfolgreich zu verfolgen. Sie kam dabei zum Schluss, dass ihr dafür die personellen Ressourcen und damit der zeitliche Freiraum fehlt, um die nötige Kreativität freizusetzen. Solange man ständig unter Druck steht, kann man nur auf die Kundenbedürfnisse reagieren und nicht selber aktiv werden und neue Bedürfnisse wecken oder neue Produkte entwickeln. Es war ihr deutlich anzumerken, wie sehr sie diese Situation belastet und dass sie sich ihren Job anders vorgestellt hatte.

Wie geht man nun am Besten mit diesem Dilemma um? Soll man sich genügsam zeigen, so wie es die alten Hasen getan haben und die Erwartungen tief halten? Oder soll man sich am Idealbild orientieren und mit aller Kraft für die nötigen Ressourcen kämpfen?

Kampf oder Aufgeben?

Ich glaube, die Kunst liegt darin zu erkennen, ob sich der Kampf lohnt oder nicht. Wenn man konkrete Handlungsfelder identifizieren kann und sich der zukünftige (finanzielle) Erfolg bereits einigermassen zuverlässig prognostizieren lässt, stehen die Karten für zusätzliche Ressourcen sicherlich gut und der Kampf dafür lohnt sich. Zeigt sich aber bei einer neutralen Analyse, dass das Unternehmen die entsprechenden finanziellen Mittel zur Zeit nicht hat oder aus Prioritätsgründen woanders einsetzen will, ist es wohl sinnvoller, die Erwartungen herunterzuschrauben und die eigenen Ziele den vorhandenen Ressourcen anzupassen. 

Aus den Ressourcen das Beste machen

Ich kann mich erinnern, dass ich als neue Führungskraft in einer ähnlichen Situation gesteckt habe wie der oben beschriebene junge Kollege. Es hat einige Zeit gedauert, mich mit der Realität abzufinden und mich mit den gegebenen Umständen zu arrangieren. Ich musste dabei besonders an meinen eigenen Erwartungen arbeiten und die Ansprüche an mich selbst reduzieren. Es hat mich gelehrt, auch einmal genügsam zu sein und mir stattdessen zu überlegen, wie ich aus dem Vorhandenen das Beste heraushole. Auf der "grünen Wiese" etwas Neues zu gestalten kann einfacher sein, als mit dem Bestehenden zu arbeiten und daraus eine ideale Welt zu bauen. Wenn es einem gelingt, das Bestehende zu optimieren, ist die Befriedigung dafür ebenfalls gross. Wenn die Vorgesetzten / Geldgeber erkennen, dass man diese Aufgabe erfolgreich gemeistert hat, wird es dann meist auch einfacher, an die zusätzlich notwendigen Ressourcen zu kommen um auch die grossen Pläne zu verwirklichen. 

Ein Business Coaching bietet die Möglichkeit, solche und ähnliche Themen mit einer aussenstehenden Person zu besprechen. Ich kann Sie bei der Erarbeitung von Ideen und Massnahmen begleiten und mit gezielten Fragen die Kreativität zum Fliessen bringen. Setzen Sie sich für ein Kennenlernen mit mir in Verbindung: Link


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