Chefin oder Coachin? Was Führung heute bedeutet
Früher war die Rolle einer Führungskraft klar definiert: Sie gab die Richtung vor, traf Entscheidungen und kontrollierte die Umsetzung. Führung war oft hierarchisch geprägt. Wer Chef oder Chefin war, hatte das Sagen.
Hybride Zusammenarbeit, Fachkräftemangel, Generationenvielfalt und der rasante technologische Wandel haben die Erwartungen an Führung grundlegend verändert. Führungskräfte sollen Orientierung geben, Menschen entwickeln, Veränderungen begleiten und gleichzeitig Ergebnisse liefern. Kein Wunder fühlen sich viele Führungskräfte zwischen widersprüchlichen Erwartungen hin- und hergerissen.
Eine Generationenfrage? Nur teilweise.
Noch immer wird häufig behauptet, dass ältere Generationen klare Ansagen bevorzugen, während jüngere Mitarbeitende vor allem Sinn, Flexibilität und Mitbestimmung suchen.
Tatsächlich zeigen aktuelle Studien ein differenzierteres Bild. Die Generationen Z und Y wünschen sich zwar mehr Work-Life-Balance und Entwicklungsmöglichkeiten als frühere Generationen. Gleichzeitig wollen sie aber keineswegs führungslos arbeiten. Vielmehr erwarten sie Führungskräfte, die Orientierung geben, sie fördern und als Mentorinnen oder Mentoren auftreten. Eine reine Kontrollfunktion wird dagegen zunehmend kritisch gesehen. (Quelle: deloitte.com)
Mit anderen Worten: Die moderne Führungskraft soll nicht weniger führen – sondern anders.
Warum klassische Führungsmodelle an Grenzen stossen
Viele Führungskräfte wurden in ihrer Karriere noch nach dem Prinzip der drei K geführt:
- Kommandieren
- Kontrollieren
- Korrigieren
Dieses Modell funktioniert in stabilen Umfeldern erstaunlich gut. Doch moderne Wissensarbeit ist selten stabil. Mitarbeitende verfügen oft über mehr Fachwissen als ihre Führungskraft. Innovation entsteht durch Zusammenarbeit, nicht durch Anweisung.
Zudem zeigen Untersuchungen, dass die Qualität der Führung einen erheblichen Einfluss auf Motivation, Engagement und Leistung von Teams hat. (Quelle: Gallup)
Die erfolgreichsten Führungskräfte schaffen
psychologische Sicherheit
Eine vielbeachtete Erkenntnis der letzten Jahre stammt aus Googles Projekt „Aristotle“. Die Forscher wollten herausfinden, was Hochleistungsteams von durchschnittlichen Teams unterscheidet.
Das zentrale Ergebnis überraschte viele: Nicht die fachliche Kompetenz der Einzelnen war entscheidend, sondern die sogenannte psychologische Sicherheit. Teams sind dann besonders leistungsfähig, wenn Mitarbeitende offen Fragen stellen, Fehler zugeben, Ideen äussern oder Kritik einbringen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. (Quelle: Google re:Work)
Genau hier wird Führung zur Schlüsselkompetenz. Die Aufgabe einer modernen Führungskraft besteht nicht darin, auf jede Frage die richtige Antwort zu kennen. Ihre Aufgabe besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, in dem die richtigen Fragen gestellt werden dürfen.
Was bedeutet das für Führungskräfte heute?
Die gute Nachricht lautet: Es gibt nicht den einen perfekten Führungsstil. Die Bedürfnisse der Mitarbeitenden wechseln zwischen klarer Orientierung, Anleitung, Coaching, Unterstützung, Vertrauen, Freiraum und noch mehr.
Erfolgreiche Führung bedeutet somit je nach Situation und Konstellation etwas anderes. Was in der heutigen Welt erfahrungsgemäss gut funktioniert:
- Klarheit statt Mikromanagement
- Vertrauen statt Kontrolle
- Entwicklung statt Anweisung
- Orientierung statt Detailsteuerung
- Authentizität statt Rollenbilder
Dabei geht es nicht darum, besonders nett zu sein. Gute Führung bleibt anspruchsvoll. Erwartungen müssen kommuniziert, Grenzen gesetzt und Entscheidungen getroffen werden.
Mein Fazit
Ich versuche, diese Grundsätze in meiner persönlichen Führungsarbeit zu leben und habe inzwischen einen gut gefüllten Erfahrungsrucksack.
Wer Mitarbeitende langfristig binden, Leistung fördern und Veränderung erfolgreich gestalten will, braucht jedoch mehr als Methoden und Tools. Es braucht auch viel Selbstreflexion, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, unterschiedliche Führungsrollen bewusst einzusetzen. Genau dafür kann ein Coaching den entscheidenden Unterschied machen. Melden Sie sich gerne!
Kontakt: https://nma-businesscoaching.ch/Coaching/
Literatur
- 2025 Gen Z and Millennial Survey – Erwartungen von Gen Z und Millennials an Führung, Entwicklung und Work-Life-Balance. deloitte.com
- A Strategic Guide for Managing Hybrid and Remote Teams – Bedeutung von Führung für Engagement und Leistung von Teams. Gallup
- Project Aristotle / re:Work – Psychologische Sicherheit als wichtigster Faktor erfolgreicher Teams. Google re:Work


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